Intervention
Damit Krankenhauspersonal im Verdachtsfall professionell handeln kann, braucht es Basiswissen, Handlungssicherheit und klare interne Abläufe. Gesundheitskräfte sind für Betroffene oft die einzigen „neutralen“ Ansprechpartner:innen.
Ziel der Intervention ist, zu stärken, zu schützen und konkrete Unterstützungswege aufzuzeigen. Als Orientierung dient ein adaptiertes Ablaufdiagramm nach S.I.G.N.A.L. (Schleicher 2010). Für Opferschutzgruppen bedeutet das: ein berufsgruppen- und abteilungsübergreifender Konsens über Vorgehen, Ressourcen, Dokumentation und Behandlungsqualität – damit jede Abteilung einen passenden Patientenpfad hat.
Zentrale Unterlagen - Schnellzugriff:
Checkliste Zentrale Interventionsschritte
Prozessablaufdiagramm: Patientin mit gewaltbedingten Beschwerden und Verletzungen

Interventionsschritte:
Was sind mögliche Hinweise auf Gewalt? Wann sollte man genauer hinschauen?
Ein einfühlsames Gespräch kann helfen, die Gewaltspirale zu durchbrechen.
Alle Verletzungen und Beschwerden sind detailliert und für Außenstehende nachvollziehbar zu dokumentieren.
Anzeige- und Meldepflichten der Gesundheitsberufe sind einheitlich geregelt.
Im Kontakt mit gewaltbetroffenen Menschen ist ein achtsamer Umgang mit Grenzen besonders wichtig.
Interventionsschritte und rechtliche Rahmenbedingungen sind mit der gewaltbetroffenen Person transparent zu besprechen.
Schutz und Sicherheit ist das wichtigste Ziel jeder Intervention.
Die Weitervermittlung an spezialisierte Hilfsangebote ist ein zentraler Baustein der Versorgung im Gesundheitswesen.
Um Ärztinnen und Ärzte bei der Versorgung von gewaltbetroffenen Personen zu unterstützen, wurde ein Leitfaden für den niedergelassenen Bereich entwickelt.