Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Beginn der Veranstaltung
25.11.2020 23:00 Uhr
Ende der Veranstaltung
25.11.2020 23:59 Uhr
Veranstaltungsort
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Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist ein Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeglicher Form gegenüber Frauen. Seit dem 25. November 1981 wird an diesem Tag durch Aktionen, Veranstaltungen und Tagungen von Frauenprojekten und Initiativen, aber auch von staatlicher Seite jedes Jahr weltweit zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder aufgerufen.

Mehr als Verkehrsunfälle und Krebs zusammengenommen: Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen. Dabei ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner Gewalt zu erfahren, weitaus höher, als von einem Fremden angegriffen zu werden. Der Anteil der weiblichen Opfer von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt, die hauptsächlich durch den (Ex-)Partner ausgeübt wird, liegt bei 20 Prozent. 

Leider nimmt die häusliche Gewalt in der COVID-Pandemie zu: So berichtet die Frauenhelpline, dass seit dem Ausbruch von COVID-19 die Zahl der Anrufe im Bereich der häuslichen Gewalt um 40 % (von März bis Oktober 2020) angestiegen ist, sich seit den ersten Lockerungen im Mai 2020 auf 17 Prozent (Vergleichszahl 2019)  eingependelt hat und jetzt im zweiten Lockdown bei durchschnittlich 30 bis 31 Anrufen täglich liegt. Der Helpchat www.haltdergewalt.at wurde von März bis Oktober knapp 1.000 Mal kontaktiert.

Trotz des aktuellen Lockdowns haben einige Opferschutzgruppen in ihren Krankenanstalten sichtbare Zeichen gesetzt:  

 

AKH Wien (Daniela Dörfler Sabine Eder)  

Für uns als Vertreterinnen der Opfer- und Kinderschutzgruppen im Allgemeinen Krankenhaus – Medizinische Universität Wien ist es das ganze Jahr über wichtig, dass unsere Arbeit und unser Engagement gegen jede Form von Gewalt überall im Krankenhaus, im Intranet und in unseren Jahresberichten sichtbar wird.

Anlässlich der Kampagne „Orange the World“ gegen Gewalt an Frauen zwischen 25. November und 10. Dezember 2020 haben wir unseren Eingang ins Krankenhaus erneut beleuchtet. Dort findet sich derzeit die Corona-bedingte „Schleuse“ zu den Ambulanzen und Stationen. Auch in diesen schwierigen Zeiten bleiben wir für alle von Gewalt Betroffenen eine 24h-Anlaufstelle.

Uns ist die Botschaft an unsere Patientinnen und Patienten wichtig: Das AKH ist ein sicheres Krankenhaus und ein Ort der Hilfe und Unterstützung für gewaltbetroffene Menschen.

 

Kepler Universitätsklinikum, Linz (Monika Kern)

Mit der Beleuchtung des Kepler Universitätsklinikums und einzelner Kliniken der Gesundheitsholding möchten auch wir ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Im Krankenhaus sind wir häufig Erstansprechpartner/-innen, die den Betroffenen Schutz und Hilfe anbieten können. Durch die ganzheitliche Betreuung von sensibilisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gewaltopferbetreuungsteams können Betroffene in eine gewaltfreie Existenz begleitet werden. Auf der Website und im Intranet werden die Mitarbeiter/-innen über Aktionen, Sensibilisierungsmaßnahmen und Ansprechpartner/-innen informiert. Als sichtbares Zeichen der Unterstützung tragen die Mitglieder des Gewaltopferbetreuungsteams an diesen 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen den Button „Stoppt Gewalt an Frauen“.

Klinik Landstraße, Wien  (Patricia Holzmann)

Gerade in Zeiten der häuslichen Isolation, der Ausgangssperren und erhöhter familiärer Spannung und Unruhe ist das Thema Gewaltschutz hochaktuell. Um die Thematik ins Licht zu rücken, wird dieses Jahr erneut mit der Beleuchtung aller Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes ein sichtbares Zeichen gesetzt. Es werden Videointerviews mit der Generaldirektorin Mag.a Kölldorfer-Leitgeb sowie den Mitgliedern der Opferschutzgruppen ausgestrahlt.

So wird über die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen hindurch der Eingangsbereich der Klinik Landstraße in Orange erstrahlen. Der jährliche Opferschutztag, dem Thema Opferschutz in Zeiten von COVID-19 gewidmet, musste leider auf Frühjahr 2021 verschoben werden.

Das Wissen, wo man Hilfe und Unterstützung bekommt, ist das Wichtigste! Frauen, die zeitnah ins Krankenhaus kommen, sind in erster Linie verwirrt und durcheinander. Es fällt ihnen schwer, Worte für das Geschehene zu finden. Um Sicherheit und Stabilität zu vermitteln, braucht es ein vertrauensvolles und diskretes Gespräch. Dafür werden die Mitarbeiter/-innen des Wiener Gesundheitsverbundes mittels eigener Module geschult. Bereits in der Klinik beginnt die Koordination und Zusammenarbeit mit externen Beratungs- und Unterstützungsstellen.

Landeskrankenhaus - Universitätskliniken Innsbruck (Thomas Beck)

Für uns, das Landeskrankenhaus - Universitätskliniken Innsbruck, ist es das ganze Jahr über wichtig, dass unsere Arbeit und unser Engagement gegen häusliche Gewalt überall im Krankenhaus sichtbar sind. Anlässlich der Kampagne „Orange the World“ gegen Gewalt an Frauen zwischen 25. November und 10. Dezember haben wir allerdings unsere Präsenz im „Ambulanz-TV“, das auf allen Infoscreens im Krankenhaus läuft, mit Hinweisen auf die Kampagne aktualisiert. Ganz generell ist uns die Botschaft an unsere Patientinnen und Patienten wichtig: Das Landeskrankenhaus - Universitätskliniken Innsbruck ist ein sicherer Ort und ein Ort der Hilfe und Unterstützung für gewaltbetroffene Menschen.